Donnerstag, 27. Oktober 2016


Ja, ich weiß, es soll ein Reisebericht sein, aber trotzdem muss ich etwas vorausschicken: während meiner ersten Ausbildung hatte ich einen Kollegen, einen älteren Mann, kurz vor seinem Renteneintritt stehend. Wir unterhielten uns gern und oft und er erzählte mir Geschichten von Südafrika. Seine Tochter lebte dort und er wollte sie bald besuchen. Diese Geschichten habe ich nie vergessen und war sicher, dass ich dieses Land, in dem „Milch und Honig fließen“, wie er immer sagte, besuchen werde. Er selbst ist nie mehr dort hingekommen, leider ist er kurz nach seinem Renteneintritt verstorben.

Über die Art unserer Reise gab es zwischen mir und Peter keine Einigung. Ich wollte selbst organisieren, auf eigene Faust mit dem Mietwagen das Land erkunden, Peter war das viel zu gefährlich. So einigten wir uns auf eine geführte Reise mit dem Bus und sachkundiger Reiseleitung.

Am 4. Oktober geht es los, zunächst mit dem Zug nach Frankfurt, am Abend dann der Flug nach Johannesburg. Auf dem Flughafen in Frankfurt treffen wir durch Zufall bereits die ersten zwei Mitreisenden, Detlef und Viola.
Der Flug verläuft ruhig und angenehm, trotzdem ist an Schlaf kaum zu denken. Elf Stunden sind eine lange Zeit und wir sind froh, dass wir endlich landen. Der Flughafen ist riesengroß und unübersichtlich, aber es gibt überall hilfsbereite Menschen.

Weiter geht es nach Kapstadt, dort treffen wir den Rest der Truppe und unseren Reiseleiter Herbert. Er lebt seit 30 Jahren in Südafrika, allerdings erst seit zwei Jahren in Kapstadt. Er macht sofort klar, dass er nur zur Aushilfe eingesetzt ist, da der vorgesehene Reiseleiter erkrankt ist.

Wir fahren in unser Hotel und sehen auf dem Weg dorthin die ersten Townships, zusammengezimmerte Hütten, Blech, Pappe. Für unsere Begriffe eine entwürdigende Wohnsituation natürlich.

Unser Hotel liegt mitten in der Stadt, direkt vor uns ein bunter afrikanischer Markt, Tücher, Kunsthandwerk, Holzfiguren, Straußeneier usw. werden dort angeboten. (AHA Kapstadt: aha.co.za)
Kunsthandwerk


Wir ruhen eine Stunde aus, nehmen eine langersehnte Dusche und machen uns dann auf zu einem Spaziergang durch das Viertel. Bahnhof, große Einkaufsmall, schöne Geschäfte, afrikanische Bernsteinketten, riesengroß. Überall allerdings bettelnde Menschen, dass ist doch sehr bedrückend. Über einen Bagel, den ich einem Bettler kaufe, freut er sich leider überhaupt nicht, Geld ist wohl wichtiger. Auf dem Markt werden wir bestürmt, die Ware anzusehen und man macht immer bessere Angebote und feilscht auf Teufel komm raus.

Das Abendessen nehmen wir dann in netter Runde alle zusammen ein. So langsam lernen wir uns kennen, die meisten sind Ehepaare in unserem Alter und auch schon weit gereist. Dann gibt es noch ein junges Paar aus Rostock, Frances und Richard, sie reisen mit den Eltern Bärbel und Andreas und dann natürlich Sabrina und Daniel, die gerade das 4. H erledigen: Haus, Hund, Heirat und jetzt Hochzeitsreise. Zwei Damen aus Österreich gehörten auch zur Gruppe und natürlich die jung vermählten Schweizer Toni und Lucia. Extra erwähnen muss man wohl unseren Detlef: laut, respektlos und ununterbrochen redend. Hier scheiden sich die Geister. Die meisten sind der Meinung, das netteste an Detlef seine Frau Viola ist. Im Laufe der Reise und nach Einsatz einiger Entspannungstechniken aus dem Yoga prallt sein Alphamännchen-Gehabe an uns ab und wir haben auch nette Gespräche und können viel zusammen lachen.

Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Bus nach Castle Good Hope. Die Festung wurde als Burg der Guten Hoffnung zwischen 1666 und 1679 errichtet und ist das älteste noch erhaltene europäische Gebäude Südafrikas. Heute dient sie als Museum und ist Hauptquartier der südafrikanischen Armee.


Übrigens: alle diese Weisheiten – auch die, die noch beschrieben werden – stammen keinesfalls von unserem Aushilfs-Reiseleiter. Er beschränkte sich darauf, nach dem Ausstieg aus dem Bus mit der Hand in Richtung Festung zu zeigen. Auf Nachfragen bekamen wir meistens ein Achselzucken.

Schön bunt
Weiter geht es zum Company`s Botanical Garden, das ist der schönste Park in Kapstadt. Ursprünglich war er Bestandteil des berühmten Gemüsegartens von Jan van Riebeeck. Dieser diente zur Versorgung der Einwohner und zur Ausstattung der Schiffe, die auf dem Weg nach Indien und wieder zurück nach Europa waren, und in Kapstadt mit frischen Lebensmitteln versorgt wurden.

Dieser Park ist wirklich herrlich und man kann mitten in der Stadt die Ruhe unter den seltenen exotischen Bäumen genießen. Es liegt ein wunderbarer Duft über dem Park.



Wir fahren auf den Signal Hill, die Kanone signalisierte früher den Kapstädtern die Ankunft eines neuen Schiffes. Von hier hat man einen grandiosen Ausblick auf Kapstadt und bei gutem Wetter kann man sogar die Küstenorte Camps Bay und Clifton sehen. Heute ist das Wetter leider etwas bedeckt, aber warm.


Von hier aus geht es zur Bergstation des Tafelberges. Mir ist etwas mulmig, aber die Seilbahn erweist sich als sehr interessant, denn sie dreht sich innen um ihre eigene Achse, so dass man einen tollen Panoramablick beim Hinauffahren hat. Der Tafelberg wurde 1998 zum Nationalpark erklärt, am Berg wachsen etwa 1500 verschiedene Pflanzenarten, darunter viele, die gerade jetzt blühen.


Hier oben ist es kalt, aber wir haben das Glück, dass die Wolken sich öfter mal verziehen und wir einen wirklich atemberaubenden Blick auf das Bergmassiv und die Stadt haben.
Sieht gefährlich aus

Wir machen einen Spaziergang, treffen auf Murmeltiere, fast zahm, lassen uns die Wolken um die Ohren wehen. Man fühlt sich fast wie in Schottland im November. Wir machen tolle Fotos, nehmen dann noch einen Kaffee und fahren wieder hinunter.

Waterfront
Nach einer kurzen Auszeit im Hotel fahren wir mit dem Bus an die Waterfront, der Shopping- und Restaurant-Meile von Kapstadt.
Herbert hat hier einen Tisch in einem afrikanischen Lokal reserviert und wir verleben einen harmonischen Abend mit gutem Essen, gutem Wein und afrikanischem Gesang.

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf, denn es geht mit dem Bus ans Kap der guten Hoffnung. Dorthin kommt man nur, wenn man über die Kaphalbinsel fährt, diese Tour ist wirklich sehenswert.
Zum Beispiel die weißen Sandstrände in Camps Bay, die Palmen, Bars und Restaurants. Hier soll es ja die schönsten Sonnenuntergänge geben und natürlich auch die höchsten Grundstückspreise.
Wir kommen zum idyllischen Fischerhafen Hout Bay.


Den Namen bekam der Ort, weil hier bereits kurz nach der Ankunft europäischer Siedler das Holz für die Häuser in Kapstadt geschlagen wurde (Holzbucht).

Weiter geht der Weg in Richtung Kap der guten Hoffnung. Die Landschaft erinnert an die Heidelandschaft in Deutschland. 1600 Arten unterschiedlicher Pflanzen gibt es hier. Dieses Gebiet wurde bereits 1939 zum Nationalpark erklärt. Wir steigen die steilen Treppen hoch zum Leuchtturm (es gibt auch eine Bahn) und haben von dort oben einen herrlichen Blick auf das Kap, das Meer und die umliegenden Buchten. Gewarnt werden wir vor dort wild lebenden Affen, die betteln und evtl. gefährlich werden könnten. Außerdem wurden dort auch schon Giftschlangen gesichtet. Uns passiert nichts, lediglich die Waden brennen, als wir wieder unten sind.

Wir fahren um die Halbinsel herum. In der Nähe von Simons Town am Strand Boulders Beach lebt eine Kolonie von Brillenpinguinen.
Die wollen wir natürlich sehen und werden auch nicht enttäuscht. Die kleinen tollpatschigen Pinguine lassen sich bereitwillig von uns betrachten und fotografieren.

Es ist noch Zeit für einen kleinen Imbiss, wir essen Fish and Chips aus
der Hand und es schmeckt wirklich lecker.

Weiter geht es die Küstenstraße entlang an einen Traumstrand in Muizenberg. Kite-Surfer und Badende tummeln sich hier. Dies ist die Bucht, an der die meisten Haie vorkommen. Über allem thront ein Mensch, der das Meer nach verdächtigen Bewegungen und dreieckigen Flossen absucht. In der Stadt gibt es viele liebevoll restaurierte historische Häuser. Hier entstanden Cafes, Restaurants und Galerien.


Herbert besucht mit uns zu guter Letzt noch ein Weingut, hier gibt es eine Weinprobe, dann geht es ins Hotel, ein Essen und ein Absacker in der Bar.

Der Samstag wird ein reiner Fahrtag. Der Blick geht nochmal zurück auf das schöne Kapstadt, drumherum die Hottentod-Holland-Mountains. Wir fahren in die größte Weinbau-Region in Südafrika. Die ersten Rebstöcke brachte bereits Jan von Riebeeck mit nach Kapstadt. Inzwischen sind die Weine aus Südafrika in der ganzen Welt bekannt für ihre gute Qualität. Die Sonne machts. Auch bei den Äpfeln, die wir hier kaufen, macht sich das bemerkbar. Sie schmecken wirklich unvergleichlich gut. Die Gegend, durch die wir fahren, ist wirklich sehr schön, Berge, weite und tiefe Täler. Sehr lieblich und so gar nicht wild. Wir kommen nach Paarl, hier werden außer Wein seit neuestem auch Oliven angebaut.

So langsam verändert sich die Landschaft, geht in flachere Regionen mit spärlicherem Bewuchs über. Das ist der Anfang der kleinen Karoo-Wüste. Wir fahren an einer Schnapsbrennerei vorbei und Herbert wusste zu berichten, dass ein geflügeltes Wort sagt: drei Dinge braucht der Südafrikaner: einen 3-Liter-Ford, 2 Liter Cola und 1 Liter Clipdrift (so heißt der Brandy aus dieser Gegend). Wir kommen nach Montagu, einen wirklich hübschen Ort mit sehr schönen viktorianschen Häusern und tollen Gärten. Hier gibt es eine heiße Thermalquelle und daher auch viele Spa-Hotels. Wenn man nur mehr Zeit hätte!

Irgendwann machen wir Kaffeepause und staunen nicht schlecht. Der kleine Pub an der R 62 heißt „Ronnies Sex Shop“.

Aber der Name ist irreführend, Ronnie ist zwar ein Unikum, doch die Kneipe hat mit einem Sex Shop nichts zu tun. Ein paar Freunde haben das Wort Sex irgendwann auf dem Schild hinzugefügt, um Ronnie einen Streich zu spielen.

Wir befinden uns mitten in der Karoo und ab und zu spaziert ein Rind über die Straße oder wir sehen einen Affen am Straßenrand. Endlich sind wir am Ziel, einer Straußenfarm in der Nähe von Oudtshoorn, der Welthauptstadt der Straußenzucht.
Toni ist der Leichteste

Anfang des 20. Jahrhunderts waren Straußenfedern sehr begehrt und von hier wurden sie in alle Welt exportiert. Später dann entdeckte man das Straußenfleisch, mager und gesund. So kam es zu einem erneuten Aufschwung, der bis heute anhält. Vom Strauß wird fast alles verwertet, das Fleisch, die Eier, die Federn und das feine Leder. Eine junge Frau führt uns über die Farm und erklärt uns die Besonderheiten der Straußenzucht.

Natürlich kann man die Produkte auch hier kaufen. Dann gibt es für uns ein wirklich leckeres Essen, der Hauptgang besteht natürlich aus Straußenfilet, sehr zart und schmackhaft.

Wir beziehen unser Hotel (oudtshoornhotel.com) und trinken noch einige Gläser afrikanischen Wein in einem Restaurant in unserer Nähe. Am nächsten Morgen geht es nach einem schlechten Frühstück (die Japaner waren vor uns da!) wieder zurück in Richtung Küste zum Anfang der Gartenroute. Nach einigen Kilometern müssen wir nochmal zurück, eine Tasche war im Hotel liegengeblieben.

Nun aber: Gartenroute, von der ich mir so viel versprochen hatte. Zunächst ist die Strecke auch sehr schön, wunderbare Landschaft, Berge, sanfte Täler auf dem Weg nach George, einer malerisch gelegenen Stadt mit breiten Eichen-Alleen direkt am indischen Ozean.
Eiweissschock
Weiter geht es nach Wilderness, herrlicher Strand. Sehr schönes Hotel mit Blick auf eine Lagune und das Meer. (wildernesshotel.co.za)
Wir fahren in ein Restaurant, in dem man uns Austern serviert, riesengroß, so dass man nur zwei Stück essen kann. Einen schönen kalten Weißwein dazu. Uns geht’s richtig gut!
Der nächste Halt ist in Knysna. Die kleine Stadt ist ein wichtiges Feriendomizil an der Garden Route und man blickt von dort auf malerische Küstenberge, wunderbare Strände.
Hier könnte man sich ein paar Tage Urlaub vorstellen.
Sicher ist sicher

Wir machen einen Bummel entlang der Waterfront, dann besteigen wir ein Schiff und schippern durch die Lagune. Luxuriöse Schiffe, tolle Häuser, hier lässt es sich leben.

Wir fahren zurück zum Hotel, gehen dort an den Strand und testen die Temperaturen des indischen Ozeans. Leider doch ein wenig zu kalt um diese Jahreszeit.
Wir finden ein Thai-Restaurant und essen dort sehr gut. Nach der Rückkehr ins Hotel gruppieren wir uns nochmal um den Kamin und lassen den Tag ausklingen.


Am Montag fahren wir zunächst ins vornehme Plettenberg Bay. Hier verbringen vor allem die wohlhabenden Einwohner Johannesburgs ihre Ferien.

Auf dem Plan steht ein Besuch in einem Township. Wir überlegen lange, ob wir uns das ansehen sollten, aber als Herbert davon sprach, dass man hier ein Vorzeigeprojekt besichtigen könne, dass den kleinen Kindern im Township zugute komme, gehen wir mit. Jede Firma in Südafrika ist verpflichtet, soziale Projekte zu unterstützen und so hat man hier einen Kindergarten und einen Kinderhort gebaut.





Im Qolweni-Township erwartet uns eine junge Frau, die unsere Fragen beantwortet und uns durch das Gebiet führt. Sie versichert uns, dass wir überall willkommen seien. Wellblechhütten, teilweise aus Pappe und Sperrholz gebaute Häuschen – ähnlich wie Gartenhäuser in Deutschland – sehen wir. Hier wohnen ca. 7000 Menschen in unsäglichen Verhältnissen. Der Müll, die abgemagerten Köter, die Armut überall, bei uns macht sich Beklommenheit breit. Etwas weiter stehen solide gebaute kleine Häuser, für diejenigen, die genug Geld verdienen, um eine kleine Miete zahlen zu können.

Wir kommen zum Kindergarten, im wahrsten Sinne des Wortes ein Vorzeigeprojekt. Diese Kinder sind gut gekleidet, gut genährt, sie beten und bekommen gerade etwas Obst, strahlen uns an und lassen sich von uns fotografieren. Das sie am Nachmittag zurück in diese Blechhütten gebracht werden, kann man sich kaum vorstellen. Den Kloß im Hals haben wir wohl alle, unsere Enkelin ist gerade in diesem Alter und führt vergleichsweise ein luxuriöses Leben.



Der Besuch im Township, ein Erlebnis, das man erst mal verdauen muss. Es ist wohl so, dass Südafrika auch 20 Jahre nach Ende der Apartheid immer noch mit großen sozialen Ungleichheiten zu kämpfen hat. Wollen wir hoffen, dass diese Kinder ihre Chancen zu nutzen wissen. Wie Peter Ustinov einmal sagte: „Bildung ist der beste Impfstoff gegen Armut“.

Zurück im Ort Plettenberg besucht Peter eine Bank, um seine Dollars in Rand zu wechseln. Es dauert geschlagene 30 Minuten, ehe diese Leistung erbracht ist. Jeder Datenschützer würde an seine psychischen Grenzen kommen, wenn er diese Ausfragerei nach Adresse, Telefonnummer, Passnummer, Hotelnamen und ähnlichem über sich ergehen lassen müsste. Hallo, es geht einfach darum, die eine Währung gegen die andere zu tauschen! Der Gipfel sind dann noch die Gebühren in Höhe von 28 Dollar, die für dieses Theaterstück fällig werden.

Eine Ecke weiter gibt es tatsächlich deutsche Bratwurst. Ein Metzgermeister hat sich mit seinem Kompagnon selbstständig gemacht und gemeinsam wollen sie sogar bald ein Restaurant eröffnen. Einer der beiden erzählt, dass sie den Ausbau des Restaurants mit einheimischen Handwerkern vornehmen. Morgens fährt man zu einem Sammelpunkt der Arbeiter, sucht sich die passenden Handwerker aus, nimmt sie mit, lässt sie arbeiten und zahlt ihnen dann am Abend ca. 100 Rand, das sind umgerechnet 8 Euro! Auf unseren Hinweis, dass das wohl sehr unsozial sei, antwortete der Typ nur: „Wenn ich es nicht mache, macht es jemand anders“.

Auf meine Frage, was er denn konkret so an der angeblichen Freiheit in Südafrika schätze, gab er an, dass es toll sei, sich nicht anschnallen zu müssen. Wenn Skrupellosigkeit und Blödheit aufeinander treffen . . .

Einen guten Tipp allerdings haben die beiden noch für uns: Natural Valley, ein schöner Strand im Naturschutzgebiet, liegt auf dem Weg und wir überreden Herbert zu diesem Abstecher.

Ansonsten gibt die Strecke nichts her, die Straße, auf der wir fahren, läuft nicht direkt an der Küste lang, sondern etwa 6 Kilometer davon entfernt, ist eher langweilig und eintönig. Busfahren ist kein Vergnügen!

Der nächste Stopp ist bei einer 216 m hohen Brücke. Diese Brücke ist eine Herausforderung für Bungeespringer, 1983 galt die Brücke
noch als die höchste der Welt.


Es geht weiter, die Fahrt nach Port Elisabeth ist endlos, die Gartenroute hatte ich mir anders vorgestellt. Wir fahren Autobahn, sehen grüne Täler, ein paar Häuser, eher langweilig.

Abends treffen wir endlich im Hotel ein. (thekelway.co.za)

Heute ist bereits Dienstag und wir machen uns auf in den Addo Elefantenpark. Auf dem Weg Townships rechts und links der Straße, soweit man sehen kann. Unvorstellbar viel Müll liegt herum, aber wir sehen auch viele Kinder in ihren Schuluniformen, das lässt hoffen.

Im Park müssen wir erst mal wieder einige Formalitäten erledigen, soviel zur viel gerühmten Freiheit. Von den Big Five, die man angeblich in diesem Park sehen kann, leben natürlicherweise nur Elefanten und Leoparden hier. Die anderen Tiere sind ausgewildert. Im Park leben etwa 500 Elefanten in einem 180.000 Hektar großen Schutzgebiet.

Unser Guide im Park heißt Kimni. Er beherrscht die Klicksprache und fordert uns auf, es auch damit zu versuchen. Er fährt mit uns durch den Park, zeigt uns Zebras, Warzenschweine. Kudus, Schildkröten. Besonders weist er uns auf ein Tier hin: Den Mistkäfer Er erläutert uns, dass der kleine Kerl immer Vorfahrt hat, weil er das Reservat putzt und pflegt. Er dreht schöne kleine Bälle aus Elefantendung und bildet mit seinen Kollegen eine effektive Putzkolonne.

Wir kreuzen durch den Park und kommen zum Schluss an ein Wasserloch. Da sind sie dann: ca. 35 Elefanten aller Größen, auch Babys dabei. Wir beobachten sie eine Weile und sie lassen sich durch uns nicht stören. Das ist schon ein tolles Erlebnis.


Zurück im Hotel machen wir uns noch mal zu einem Spaziergang auf. Der Wind bläst heftig, und so ist an einen Strandaufenthalt nicht zu denken. An der Strandpromenade stehen Händler herum und wir kaufen ihnen ein paar Souvenirs ab.

Nach dem Abendessen verziehen wir uns ins Bett.

Am nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück zum Flughafen. Wir bedanken uns bei unserem zuverlässigen und sympathischen Fahrer und fliegen dann nach Johannesburg. Dort werden wir abgeholt und müssen in einen viel zu kleinen Bus steigen. Die Klimaanlage funktioniert nicht, dafür feuert die Heizung, draußen 25 Grad, drinnen 35 Grad. Uns hebt sich langsam die Schädeldecke.

Wir fahren nach Pretoria, der offiziellen Hauptstadt von Südafrika. Hier ist für jeweils ein Halbjahr der Sitz der Regierung, im zweiten Halbjahr ist der Sitz der Regierung dann in Kapstadt.



Da der Name Pretoria stark an die düsteren Zeiten der Apartheidpolitik erinnert, wurde die Stadt 2005 umbenannt in Tshwane. Lediglich der Stadtteil mit dem Regierungsviertel heißt noch Pretoria. Eine sehr schöne Stadt, besonders die mehr als 70 000 blühenden Jacarandabäume sind sehenswert.
Jacaranda

Wir fahren zu den Union Buildings, sie bilden den Komplex des Regierungssitzes. Sie erinnern an die Bauweise römischer und griechischer Tempel. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf die gigantischen Gartenanlagen und die Stadt.

Es geht den ganzen Weg zurück, wir beziehen unsere Zimmer und bekommen noch etwas zu essen. Das Hotel scheint vornehmlich Hochzeiten auszurichten, der Garten ist sehr schön geschmückt mit weißen Rosenstöcken. (usambaralodge.co.za)

Am nächsten Morgen – wir haben einen neuen Bus bekommen - geht es wieder in Richtung Pretoria, vor uns liegen ca. 500 km bis zum Krüger Nationalpark. Wer ist bloß für diese bescheuerte Planung verantwortlich, einen Großteil der Strecke hätte man sich wirklich sparen können. Ein langweiliger Reisetag auf der Autobahn. Bis jetzt kann man das Fazit ziehen: wenig Schönes, wenig Interessantes, gerade Straßen, flaches Land, trist und öde.

Und weil ich gerade mal den Blues habe wegen der blöden Busfahrt, verstehe ich auch nicht, wie man in diesem Land leben kann, soviel Armut, soviel Kriminalität. Fast jedes Haus ist abgesichert durch Stromzäune! Die Gleichberechtigung von schwarz und weiß ist lange noch nicht umgesetzt.


Immer freundlich
Sicher gibt es auf der Habenseite auch einiges, aber nicht genug, um sich für dieses Land zu erwärmen. Was lediglich versöhnlich stimmt: die Menschen sind sehr freundlich, fast alle winken uns zu, lächeln freundlich und sind hilfsbereit.


Langsam ändert sich die Landschaft, wir kommen in das fruchtbare Tal des Crocodile River, in die Provinz Mpumalanga (das bedeutet: da, wo die Sonne aufgeht).


Die Hauptstadt ist Nelspruit, fruchtbare Böden und das subtropische Klima bieten ideale Bedingungen für die Produktion von Mangos, Bananen, Avocados, Macadamia- und Pean-Nüssen.

Wir fahren an den Grenzen des Krüger Nationalparks entlang. Herbert bietet uns an, bereits am Abend in der Dunkelheit eine Tour mit dem Jeep durch den Park zu machen. (nkambeni.com)
Die Koffer wiegen 20 kg!

Selbstverständlich muss diese Tour extra gezahlt werden, aber es lohnt sich auch. Wir sehen Kudus, Büffel, Elefanten. Unser Guide ist eine Frau, sie gibt mir und Peter, die wir vorn sitzen, jeweils einen Scheinwerfer und wir achten auf die Augen der Tiere, die das Licht reflektieren.

Detlef lässt es sich natürlich nicht nehmen, mit eigener Taschenlampe herumzufuchteln und so wird das eine oder andere Tierchen von ihm geblendet.

Nach dem Essen beziehen wir unsere Logde. Freundliche Frauen haben uns die Koffer auf dem Kopf zu unseren Unterkünften gebracht. Die Logde besteht aus einem Holzgerüst mit umlaufenden Leinwänden und einem Dach. Auch eine Dusche gibt es und natürlich ein Moskitonetz. Für ängstliche Naturen ist diese Unterkunft vielleicht nicht so toll und manch einer liegt lange wach.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück fahren wir mit unserem Guide Gideon auf die Pirsch. Er ist ein netter Typ mit einem ansteckenden Lachen. Er erzählt sehr anschaulich und als wir ihn nach seinem Werdegang fragen, hält er den Wagen an und warnt uns, seine Geschichte könne länger dauern. Das ist uns egal und er fängt an, uns von seinem Leben zu erzählen.


Gideon wird geboren in einem kleinen Dorf in Swaziland. In seinem Verständnis waren Tiere dazu da, gejagt und gegessen zu werden. Was sonst? Als er siebzehn Jahre alt ist, wird er von seinem älteren Bruder in eine Schule gebracht. Dort sah er die anderen Kinder und ging davon aus, dass alle diese Kinder zu einer Familie gehören. In seiner ersten Schulstunde behandelte die Lehrerin die Biologie und erzählte etwas über Schmetterlinge. Gideon wusste nicht, wozu das gut sein sollte, Schmetterlinge waren doch nicht zum essen da. Er ging zurück in den Busch und sein Bruder brauchte drei Wochen, um ihn wieder zu finden und ihn zurück in die Schule zu bringen. Nach einiger Zeit gewöhnte er sich an die Schule und wurde ein guter Schüler. Als es soweit war, dass er eine weiterführende Schule besuchen sollte, scheiterte dies daran, dass er keine Schuluniform hatte und seine Eltern diese auch nicht bezahlen konnten. So ging er arbeiten, bis er das Geld für die Uniform zusammen hatte und wieder zur Schule gehen konnte.
Das war noch in der Zeit der Apartheidpolitik und er engagierte sich wie viele junge Leute politisch. Um einer Verhaftung zu entgehen, floh er zunächst nach Durban und dann nach Kapstadt. Auch einer Rekrutierung als Soldat konnte er ausweichen. Nach der Legalisierung der südafrikanischen Opposition kehrte er zurück und arbeitete auf einer Logde. Eines Tages lernte er dort sogar Nelson Mandela persönlich kennen. Diese stattete der Logde einen Besuch ab und bestand darauf, mit den Schwarzen Gespräche zu führen. Gideon sprach voller Stolz von der Begegnung mit diesem charismatischen Mann.
Nach einiger Zeit wurde er auf der Logde als Tracker eingesetzt und half dabei, Tiere aufzuspüren und seinen Auftraggebern zu zeigen. Einmal war ein Auftraggeber so begeistert von seiner Leistung, dass er ihn spontan umarmte. Gideon erstarrte, „mein Herz blieb stehen“, in seiner Gesellschaft ist es ausgeschlossen, sich zu umarmen oder gar zu küssen. Man hält den Blick gesenkt und sieht sich nicht in die Augen. Das war nicht alles, was er lernen musste, denn auch die englische Sprache beherrschte er nicht ausreichend und so sorgte sein Arbeitgeber dafür, dass er nochmal die Schulbank drückte. Nun ist er schon seit vielen Jahren als Guide tätig und sehr erfolgreich.

Wir jedenfalls haben die Gespräche mit ihm genossen. So kann sie sein, die Karriere eines afrikanischen Menschen.

Auf unserer Tour sehen wir auch wieder Elefanten, von Löwen und Leoparden aber leider keine Spur. Wir hätten viel weiter in den Park fahren müssen, in der Reiseplanung war auch ein ganzer Tag im Park vorgesehen, warum diese Tour nun auf drei Stunden begrenzt wurde, konnte uns unser Aushilfs-Reiseleiter auch nicht erklären.


Gideon erzählte uns noch ein paar Döntjes über Elefantendung und wie man diesen als Heilmittel einsetzen kann. Dies demonstrierte er anschaulich, in dem er herzhaft in einen Haufen zwei Stunden alten Elefantendung biss. Nun ja, man muss nur dran glauben, denke ich. Mir ist Bayer-Leverkusen lieber.

Wir machen uns auf den langen Weg zurück nach Johannesburg. Unterwegs kannte Herbert noch ein Restaurant, in dem es gute Forellen gab. Darauf hatte er wohl Appetit und so machten wir da unsere Pause. Ich kaufe eine schöne große Holzschale für meine
Tochter. Leider überlebt sie nur zwei Tage, sie rutscht Peter aus der Hand, fällt direkt auf den Rand und springt kaputt. Schade.

Es ist Freitag und somit ist es schon fast selbstverständlich, dass wir in einen Stau geraten. Einige Autofahrer können es nicht abwarten und überholen rechts und links auf den Standstreifen.

Endlich nach vielen Stunden kommen wir ins Hotel. Nach einer Dusche wartet noch ein Buffet auf uns, dann geht es zur wohlverdienten Ruhe.

Am nächsten Morgen müssen wir schon um 5.15 Uhr die Koffer raus stellen. Leider wartet nur ein Kleinwagen auf uns, um die Koffer zum Bus zu bringen. Es passen also nur einige wenige Koffer in das Auto. Der Koffer des Reiseleiters ist natürlich dabei, wir hingegen tragen unsere Koffer zum Bus. Dort lässt der Fahrer ganz cool Detlef die Koffer in den Bus laden, er steht daneben und guckt in sein Telefon.

Dann geht es zum Flughafen. Ingrid dankt Herbert in wohlgesetzten Worten für seine Bemühungen und überreicht ihm in unser aller Namen zwei Flaschen Hochprozentiges. Vielleicht nimmt er es sich ja zu Herzen und informiert die nächsten Reisegruppen etwas ausführlicher, auch Empathie ist erlernbar. Aber ich befürchte, ihm ist nach 30 Jahren Südafrika der Begriff Dienstleistung nur einseitig bekannt.

Wir fliegen nach Mauritius und freuen uns auf ein paar Sonnentage. Schon der Flughafen ist sehr modern und ansprechend, im Bus dann ist sofort das Gefühl da: hier ist es angenehm, schön.


Die Gesichter Mauritius - Multi-Kulti

Freundliche Menschen, viel Grün, viel Blühendes und die Sonne scheint.


Wir kommen in unserem Hotel an, es ist nicht gerade der wahre Luxus, aber es ist ansprechend und sauber. Einige Zimmer haben Meerblick und es wird nochmal getauscht und gewechselt, so dass letztlich alle zufrieden sind mit ihrer Unterkunft. (silverbeach.mu)


Schnell werfen wir einen Blick auf den Strand und das blau-grüne Meer bevor wir zum Essen gehen. Buffet, alles lecker, jeder findet etwas. Die Cocktails sind lecker und wohl immer mit Alkohol, ich jedenfalls habe schon vor dem Essen einen Schwips.

Die nehmen alle Mahlzeiten mit uns ein.
Am nächsten Morgen fahren wir zum Markt. Die Taxifahrer fahren uns für umgerechnet 10 Euro pro Auto, warten auf uns und bringen uns wieder zurück. So ist es vereinbart. Auf dem Weg allerdings sagt uns der Fahrer, dass er ein paar schöne Geschäfte kennt und uns gern dorthin bringen will, weil wir dort günstig einkaufen können. Wir machen ihm klar, dass wir lediglich zum Supermarkt und zum Markt wollen, das kommt nicht so gut bei ihm an und er ist längst nicht mehr so gesprächig.

Der Markt ist bunt und schön, viele tolle Gemüsesorten, Kleidung, Gewürze und allerlei Obst ist hier zu finden. Frische Kokosnuss und Kokosnussmilch kann man hier bekommen.


Es wird gefeilscht und gehandelt. Nach einiger Zeit treffen wir uns und fahren zurück ins Hotel. Auf dem Weg bietet uns der Fahrer an, uns einen Hindutempel zu zeigen. Die Mehrzahl der Bevölkerung sind Hindus. Es würde natürlich etwas extra kosten, aber es sei sehr interessant. Als wir ablehnen, weil wir am Nachmittag nur noch am Strand liegen möchten, wird er sichtlich ungehalten. Man muss Verständnis haben, die Leute müssen ja auch ihr Geld verdienen, aber es wäre besser, gleich mit offenen Karten zu spielen.

Dann baden wir im indischen Ozean, liegen faul am Pool oder am Strand herum und genießen es einfach, keine Verpflichtungen zu haben. Die Gespräche drehen sich auch oft um unsere deutsch-deutsche Vergangenheit und wie die Wende doch unser Leben beeinflusst hat. Bis auf drei Leute kommen alle aus der ehemaligen DDR, aber wir haben nicht den Eindruck, dass von uns jemand dieses dämliche „die Ossis, die Wessis“ Spiel mitmacht.

Am Montag haben einige eine Tour in den Süden der Insel gebucht, andere bleiben im Hotel, genießen die Sonne und den Strand. Wir hatten keine Lust mehr auf Busfahrten und verbringen den Tag und den folgenden mit faulenzen.



Nun waren die Leute aber so begeistert von der Südtour, dass wir uns doch entschließen, uns Hubert anzuschließen, der als Kitesurfer eine Bucht im Süden besuchen will und auch die anderen sehenswerten Dinge auf dem Zettel hat. Wir teilen uns also ein Taxi und fahren um 10 Uhr los. Der Fahrer ist zunächst sehr freundlich und erzählt uns allerlei über die Insel. Wir sehen einen kunterbunten Tamilentempel, rechts und links der Straße Vulkangestein. Unser erster Punkt ist der Strand Blue Bay, südlich von Mahebourg an der Lagune Blue Bay. Das Wasser hier ist leuchtend blau und strahlt.

Der Fahrer versucht uns zu überreden, eine Fahrt mit dem Glasbodenboot zu machen. Unsere Zeit reicht dafür nicht aus, denn wir wollen ja einige Zeit an dem Kite-Surfer-Strand verbringen. Wir lehnen also ab und von da an ist mit unserem Fahrer nicht mehr zu reden. Trotzig wie ein Kind schweigt er von da an. Seine Provision ist ihm augenscheinlich durch die Lappen gegangen und das lässt er uns jetzt spüren.

Egal, die Insel ist wirklich sehr schön, sanfte Hügel, alles ist grün, das Meer ist wunderbar grün und blau. Überwiegend sieht man Zuckerrohr, aber auch viel Gemüse und bunte Blumen.

Wir kommen an den schönen Strand Gris Gris, hier herrscht leider eine gefährliche Unterströmung, so dass an Baden nicht zu denken ist.

Wir fahren weiter auf der Küstenstraße und sehen tolle Hotels, schöne Strände, Aussichtspunkte, die ein herrliches Panorama bieten.

Dann kommen wir an das Paradies der Kite-Surfer, hier befinden sich die Hotels des gehobeneren Standards, riesiger Sandstrand, ein buntes Gewimmel von Kite-Surfern und Windsurfern, sehr schön, sehr gepflegt.
Hubert ist total begeistert. Verständlich, nicht wahr?

Wir machen eine Pause hier und sehen uns alles genau an. Unser Fahrer hat es plötzlich eilig und treibt uns zur Eile an aber wir machen ihm klar, das unsere Vereinbarung dahingehend ist, dass wir bis 18 Uhr Zeit für die Fahrt haben. Seine Laune wird dadurch natürlich nicht besser.
Nun geht es in die Berge, die Straße der 70 Kurven steht uns bevor.
In der Nähe des Black River Gorges Nationalpark gibt es in einer reizvollen tropischen Landschaft gleich zwei Schauspiele zu bewundern. Der höchste Wasserfall von Mauritius, der Cascade Chamarel. Fast 100 Meter tief stürzt das Wasser in zwei Strömen über einen Felsrand in ein Bassin.

Den besten Ausblick hat man von der Plattform aus. Dann gibt es da noch ein ungewöhnliches geologisches Phänomen: die sogenannte siebenfarbige Erde von Chamarel. Vermutlich ist der Hügel vulkanischen Ursprungs.

Eine Theorie besagt, dass sich dort Vulkanasche abgelagert hat, die bei unterschiedlichen Temperaturen abgekühlt ist und daher ihre jeweiligen Farben angenommen hat.

Wir gönnen uns einen kleinen Snack und dann geht es weiter durch den Black River Gorges. Wir haben die 70 Kurven immer noch nicht geschafft. Viele schöne Aussichtspunkte, toller Blick in den Dschungel.

Die Fahrt ist wirklich interessant.

Wir erreichen das Grand Bassin, hier gibt es einige Hindutempel, große Statuen und einen großen heiligen See. Die Geschichte sagt, dass ein Hindu-Priester nah der Rückkehr aus Indien heiliges Wasser aus dem Ganges in den Kratersee in den Bergen von Mauritius leerte.

Seitdem gilt dieser See als eine bedeutendsten Pilgerstätten außerhalb Indiens.
Leider ist die Umgebung des Sees sehr ungepflegt und man hat den Eindruck, dass die Gläubigen ihre Heiligtümer nicht besonders respektieren. Auch die kranken Affen und die räudigen Hunde, die man hier sieht, tragen nicht dazu bei, diesen Besuch als angenehmes Erlebnis zu sehen.



Auf Mauritius gibt es eine wichtiges einheimisches Kunsthandwerk: Modellschiffe. Wir wissen das schon von Andreas, der bereits hier war und wohl auch als Sammler ein Schiff erstanden hat. Man zeigt uns sehr freundlich die Werkstätten und wir sind sehr beeindruckt, dass dieses aufwendige Handwerk hier in perfekter Weise ausgeübt wird. Die Begeisterung reicht allerdings nicht so weit, als das wir ein Modell erstehen.




Jetzt steht noch der Vulkankrater Trou aux Cerfs aus, der sich im Hochland von Mauritius in Curepipe befindet. Dieser Krater ist etwa 90 m tief und hat einen Durchmesser von mehr als 200 Metern. Hier hat sich eine üppige Vegetation breitgemacht. Curepipe ist die nächste größere Stadt, die wir passieren.

Dann geht es zurück in Richtung Hotel. Der Fahrer macht noch einen Versuch, doch noch eine Provision einzustreichen und fährt uns zu einem Geschäft.

Wir machen gute Miene zum Spiel, gehen zwar hinein, aber auch unverrichteter Dinge wieder hinaus, weil uns die Seidenteppiche, Brillantringe und Kaschmirpullover einfach viel zu teuer sind.

Ziemlich erschöpft kommen wir im Hotel an, sind uns aber einig, dass dieser Tag sich doch sehr gelohnt hat. Wir haben viel von der Insel gesehen und interessante Dinge erfahren.

Am Abend sitzen wir nochmal (fast) alle zusammen, erzählen von unseren Erlebnissen (einige waren heute auf Whalewatching-Tour, einige auf einer Insel, wir auf der Süd-Route) und nehmen Abschied von der Insel.

Am nächsten Tag geht es auf stressige Heimreise, 4 Stunden Flug von Mauritius nach Johannesburg, dann 11 Stunden von Johannesburg nach Frankfurt, dann nochmal 5 Stunden Bahnfahrt bis nach Hause.



Fazit: Busreisen sind immer noch nicht meines, in Südafrika geht es aber vermutlich nicht anders. Aber Land und Leute lernt man so wohl nicht ausreichend kennen. Auch hätte man diese Reise etwas intelligenter organisieren können, ein "richtiger" Reiseleiter, der sein Land kennt, wäre schön gewesen. Man wäre sicher dann auch bereit, ein wenig mehr zu bezahlen.
Das Land wo Milch und Honig fließt? Vielleicht, für einige wenige trifft das sicher zu.
Positiv zu bewerten ist sicherlich, dass man nette Leute kennengelernt hat und sich über das Erlebte austauschen konnte.


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