Ja, ich weiß, es soll ein Reisebericht sein, aber trotzdem muss ich etwas vorausschicken: während meiner ersten Ausbildung hatte ich einen Kollegen, einen älteren Mann, kurz vor seinem Renteneintritt stehend. Wir unterhielten uns gern und oft und er erzählte mir Geschichten von Südafrika. Seine Tochter lebte dort und er wollte sie bald besuchen. Diese Geschichten habe ich nie vergessen und war sicher, dass ich dieses Land, in dem „Milch und Honig fließen“, wie er immer sagte, besuchen werde. Er selbst ist nie mehr dort hingekommen, leider ist er kurz nach seinem Renteneintritt verstorben.
Über
die Art unserer Reise gab es zwischen mir und Peter keine Einigung.
Ich wollte selbst organisieren, auf eigene Faust mit dem Mietwagen
das Land erkunden, Peter war das viel zu gefährlich. So einigten wir
uns auf eine geführte Reise mit dem Bus und sachkundiger
Reiseleitung.
Am
4. Oktober geht es los, zunächst mit dem Zug nach Frankfurt, am
Abend dann der Flug nach Johannesburg. Auf dem Flughafen in Frankfurt
treffen wir durch Zufall bereits die ersten zwei Mitreisenden, Detlef
und Viola.
Der
Flug verläuft ruhig und angenehm, trotzdem ist an Schlaf kaum zu
denken. Elf Stunden sind eine lange Zeit und wir sind froh, dass wir
endlich landen. Der Flughafen ist riesengroß und unübersichtlich,
aber es gibt überall hilfsbereite Menschen.
Weiter
geht es nach Kapstadt, dort treffen wir den Rest der Truppe und
unseren Reiseleiter Herbert. Er lebt seit 30 Jahren in Südafrika,
allerdings erst seit zwei Jahren in Kapstadt. Er macht sofort klar,
dass er nur zur Aushilfe eingesetzt ist, da der vorgesehene
Reiseleiter erkrankt ist.
Wir
fahren in unser Hotel und sehen auf dem Weg dorthin die ersten
Townships, zusammengezimmerte Hütten, Blech, Pappe. Für unsere
Begriffe eine entwürdigende Wohnsituation natürlich.
Unser
Hotel liegt mitten in der Stadt, direkt vor uns ein bunter
afrikanischer Markt, Tücher, Kunsthandwerk, Holzfiguren,
Straußeneier usw. werden dort angeboten. (AHA Kapstadt: aha.co.za)
![]() |
| Kunsthandwerk |
Wir
ruhen eine Stunde aus, nehmen eine langersehnte Dusche und machen uns
dann auf zu einem Spaziergang durch das Viertel. Bahnhof, große
Einkaufsmall, schöne Geschäfte, afrikanische Bernsteinketten,
riesengroß. Überall allerdings bettelnde Menschen, dass ist doch
sehr bedrückend. Über einen Bagel, den ich einem Bettler kaufe,
freut er sich leider überhaupt nicht, Geld ist wohl wichtiger. Auf
dem Markt werden wir bestürmt, die Ware anzusehen und man macht
immer bessere Angebote und feilscht auf Teufel komm raus.
Das
Abendessen nehmen wir dann in netter Runde alle zusammen ein. So
langsam lernen wir uns kennen, die meisten sind Ehepaare in unserem
Alter und auch schon weit gereist. Dann gibt es noch ein junges Paar
aus Rostock, Frances und Richard, sie reisen mit den Eltern Bärbel
und Andreas und dann natürlich Sabrina und Daniel, die gerade das 4.
H erledigen: Haus, Hund, Heirat und jetzt Hochzeitsreise. Zwei Damen
aus Österreich gehörten auch zur Gruppe und natürlich die jung
vermählten Schweizer Toni und Lucia. Extra erwähnen muss man wohl
unseren Detlef: laut, respektlos und ununterbrochen redend. Hier
scheiden sich die Geister. Die meisten sind der Meinung, das netteste
an Detlef seine Frau Viola ist. Im Laufe der Reise und nach Einsatz
einiger Entspannungstechniken aus dem Yoga prallt sein
Alphamännchen-Gehabe an uns ab und wir haben auch nette Gespräche
und können viel zusammen lachen.
Am
nächsten Morgen fahren wir mit dem Bus nach Castle Good Hope. Die
Festung wurde als Burg der Guten Hoffnung zwischen 1666 und 1679
errichtet und ist das älteste noch erhaltene europäische Gebäude
Südafrikas. Heute dient sie als Museum und ist Hauptquartier der
südafrikanischen Armee.
Übrigens:
alle diese Weisheiten – auch die, die noch beschrieben werden –
stammen keinesfalls von unserem Aushilfs-Reiseleiter. Er beschränkte
sich darauf, nach dem Ausstieg aus dem Bus mit der Hand in Richtung
Festung zu zeigen. Auf Nachfragen bekamen wir meistens ein
Achselzucken.
| Schön bunt |
Dieser Park ist wirklich
herrlich und man kann mitten in der Stadt die Ruhe unter den seltenen
exotischen Bäumen genießen. Es liegt ein wunderbarer Duft über dem
Park.
Wir fahren auf den Signal Hill, die Kanone signalisierte früher den Kapstädtern die Ankunft eines neuen Schiffes. Von hier hat man einen grandiosen Ausblick auf Kapstadt und bei gutem Wetter kann man sogar die Küstenorte Camps Bay und Clifton sehen. Heute ist das Wetter leider etwas bedeckt, aber warm.
Von
hier aus geht es zur Bergstation des Tafelberges. Mir ist etwas
mulmig, aber die Seilbahn erweist sich als sehr interessant, denn sie
dreht sich innen um ihre eigene Achse, so dass man einen tollen
Panoramablick beim Hinauffahren hat. Der Tafelberg wurde 1998 zum
Nationalpark erklärt, am Berg wachsen etwa 1500 verschiedene
Pflanzenarten, darunter viele, die gerade jetzt blühen.
Hier oben ist es kalt, aber wir haben das Glück, dass die Wolken sich öfter mal verziehen und wir einen wirklich atemberaubenden Blick auf das Bergmassiv und die Stadt haben.
Wir machen einen Spaziergang, treffen
auf Murmeltiere, fast zahm, lassen uns die Wolken um die Ohren wehen.
Man fühlt sich fast wie in Schottland im November. Wir machen tolle
Fotos, nehmen dann noch einen Kaffee und fahren wieder hinunter.
Hier oben ist es kalt, aber wir haben das Glück, dass die Wolken sich öfter mal verziehen und wir einen wirklich atemberaubenden Blick auf das Bergmassiv und die Stadt haben.
| Sieht gefährlich aus |
Wir machen einen Spaziergang, treffen
auf Murmeltiere, fast zahm, lassen uns die Wolken um die Ohren wehen.
Man fühlt sich fast wie in Schottland im November. Wir machen tolle
Fotos, nehmen dann noch einen Kaffee und fahren wieder hinunter. ![]() |
| Waterfront |
Herbert hat hier einen Tisch in einem afrikanischen Lokal reserviert und wir verleben einen harmonischen Abend mit gutem Essen, gutem Wein und afrikanischem Gesang.
Am
nächsten Morgen stehen wir früh auf, denn es geht mit dem Bus ans
Kap der guten Hoffnung. Dorthin kommt man nur, wenn man über die
Kaphalbinsel fährt, diese Tour ist wirklich sehenswert. Zum Beispiel die weißen Sandstrände in Camps Bay, die Palmen, Bars und Restaurants. Hier soll es ja die schönsten Sonnenuntergänge geben und natürlich auch die höchsten Grundstückspreise.
Wir kommen zum idyllischen Fischerhafen Hout Bay.
Den Namen bekam der Ort, weil hier bereits kurz nach der Ankunft europäischer Siedler das Holz für die Häuser in Kapstadt geschlagen wurde (Holzbucht).
Weiter
geht der Weg in Richtung Kap der guten Hoffnung. Die Landschaft
erinnert an die Heidelandschaft in Deutschland. 1600 Arten
unterschiedlicher Pflanzen gibt es hier. Dieses Gebiet wurde bereits
1939 zum Nationalpark erklärt. Wir steigen die steilen Treppen hoch
zum Leuchtturm (es gibt auch eine Bahn) und haben von dort oben einen
herrlichen Blick auf das Kap, das Meer und die umliegenden Buchten.
Gewarnt werden wir vor dort wild lebenden Affen, die betteln und
evtl. gefährlich werden könnten. Außerdem wurden dort auch schon
Giftschlangen gesichtet. Uns passiert nichts, lediglich die Waden
brennen, als wir wieder unten sind.
Wir
fahren um die Halbinsel herum. In der Nähe von Simons Town am Strand
Boulders Beach lebt eine Kolonie von Brillenpinguinen.
Die wollen wir natürlich sehen und werden auch nicht enttäuscht. Die kleinen tollpatschigen Pinguine lassen sich bereitwillig von uns betrachten und fotografieren.
Die wollen wir natürlich sehen und werden auch nicht enttäuscht. Die kleinen tollpatschigen Pinguine lassen sich bereitwillig von uns betrachten und fotografieren.
Es
ist noch Zeit für einen kleinen Imbiss, wir essen Fish and Chips aus
der Hand und es schmeckt wirklich lecker.
der Hand und es schmeckt wirklich lecker.
Weiter
geht es die Küstenstraße entlang an einen Traumstrand in
Muizenberg. Kite-Surfer und Badende tummeln sich hier. Dies ist die
Bucht, an der die meisten Haie vorkommen. Über allem thront ein
Mensch, der das Meer nach verdächtigen Bewegungen und dreieckigen
Flossen absucht. In der Stadt gibt es viele liebevoll restaurierte
historische Häuser. Hier entstanden Cafes, Restaurants und Galerien.
Herbert
besucht mit uns zu guter Letzt noch ein Weingut, hier gibt es eine
Weinprobe, dann geht es ins Hotel, ein Essen und ein Absacker in der
Bar.
Der
Samstag wird ein reiner Fahrtag. Der Blick geht nochmal zurück auf
das schöne Kapstadt, drumherum die Hottentod-Holland-Mountains. Wir
fahren in die größte Weinbau-Region in Südafrika. Die ersten
Rebstöcke brachte bereits Jan von Riebeeck mit nach Kapstadt.
Inzwischen sind die Weine aus Südafrika in der ganzen Welt bekannt
für ihre gute Qualität. Die Sonne machts. Auch bei den Äpfeln, die
wir hier kaufen, macht sich das bemerkbar. Sie schmecken wirklich
unvergleichlich gut. Die Gegend, durch die wir fahren, ist wirklich
sehr schön, Berge, weite und tiefe Täler. Sehr lieblich und so gar
nicht wild. Wir kommen nach Paarl, hier werden außer Wein seit
neuestem auch Oliven angebaut.
So
langsam verändert sich die Landschaft, geht in flachere Regionen mit
spärlicherem Bewuchs über. Das ist der Anfang der kleinen
Karoo-Wüste. Wir fahren an einer Schnapsbrennerei vorbei und Herbert
wusste zu berichten, dass ein geflügeltes Wort sagt: drei Dinge
braucht der Südafrikaner: einen 3-Liter-Ford, 2 Liter Cola und 1 Liter
Clipdrift (so heißt der Brandy aus dieser Gegend). Wir kommen nach
Montagu, einen wirklich hübschen Ort mit sehr schönen
viktorianschen Häusern und tollen Gärten. Hier gibt es eine heiße
Thermalquelle und daher auch viele Spa-Hotels. Wenn man nur mehr Zeit
hätte!
Irgendwann
machen wir Kaffeepause und staunen nicht schlecht. Der kleine Pub an
der R 62 heißt „Ronnies Sex Shop“.
Aber der Name ist irreführend, Ronnie ist zwar ein Unikum, doch die Kneipe hat mit einem Sex Shop nichts zu tun. Ein paar Freunde haben das Wort Sex irgendwann auf dem Schild hinzugefügt, um Ronnie einen Streich zu spielen.
Aber der Name ist irreführend, Ronnie ist zwar ein Unikum, doch die Kneipe hat mit einem Sex Shop nichts zu tun. Ein paar Freunde haben das Wort Sex irgendwann auf dem Schild hinzugefügt, um Ronnie einen Streich zu spielen.
Wir
befinden uns mitten in der Karoo und ab und zu spaziert ein Rind über
die Straße oder wir sehen einen Affen am Straßenrand. Endlich sind
wir am Ziel, einer Straußenfarm in der Nähe von Oudtshoorn, der
Welthauptstadt der Straußenzucht.
Anfang des 20. Jahrhunderts waren Straußenfedern sehr begehrt und von hier wurden sie in alle Welt exportiert. Später dann entdeckte man das Straußenfleisch, mager und gesund. So kam es zu einem erneuten Aufschwung, der bis heute anhält. Vom Strauß wird fast alles verwertet, das Fleisch, die Eier, die Federn und das feine Leder. Eine junge Frau führt uns über die Farm und erklärt uns die Besonderheiten der Straußenzucht.
| Toni ist der Leichteste |
Anfang des 20. Jahrhunderts waren Straußenfedern sehr begehrt und von hier wurden sie in alle Welt exportiert. Später dann entdeckte man das Straußenfleisch, mager und gesund. So kam es zu einem erneuten Aufschwung, der bis heute anhält. Vom Strauß wird fast alles verwertet, das Fleisch, die Eier, die Federn und das feine Leder. Eine junge Frau führt uns über die Farm und erklärt uns die Besonderheiten der Straußenzucht.
Natürlich
kann man die Produkte auch hier kaufen. Dann gibt es für uns ein
wirklich leckeres Essen, der Hauptgang besteht natürlich aus
Straußenfilet, sehr zart und schmackhaft.
Wir
beziehen unser Hotel (oudtshoornhotel.com) und trinken noch einige Gläser afrikanischen
Wein in einem Restaurant in unserer Nähe. Am nächsten Morgen geht
es nach einem schlechten Frühstück (die Japaner waren vor uns da!)
wieder zurück in Richtung Küste zum Anfang der Gartenroute. Nach
einigen Kilometern müssen wir nochmal zurück, eine Tasche war im
Hotel liegengeblieben.
Nun aber: Gartenroute, von der ich mir so viel versprochen hatte. Zunächst ist die Strecke auch sehr schön, wunderbare Landschaft, Berge, sanfte Täler auf dem Weg nach George, einer malerisch gelegenen Stadt mit breiten Eichen-Alleen direkt am indischen Ozean.
Nun aber: Gartenroute, von der ich mir so viel versprochen hatte. Zunächst ist die Strecke auch sehr schön, wunderbare Landschaft, Berge, sanfte Täler auf dem Weg nach George, einer malerisch gelegenen Stadt mit breiten Eichen-Alleen direkt am indischen Ozean.
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| Eiweissschock |
Wir fahren in ein Restaurant, in dem man uns Austern serviert, riesengroß, so dass man nur zwei Stück essen kann. Einen schönen kalten Weißwein dazu. Uns geht’s richtig gut!
Hier könnte man sich ein paar Tage Urlaub vorstellen.
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| Sicher ist sicher |
Wir machen einen Bummel entlang der Waterfront, dann besteigen wir ein Schiff und schippern durch die Lagune. Luxuriöse Schiffe, tolle Häuser, hier lässt es sich leben.
Wir fahren zurück zum Hotel, gehen dort an den Strand und testen die Temperaturen des indischen Ozeans. Leider doch ein wenig zu kalt um diese Jahreszeit.
Wir
finden ein Thai-Restaurant und essen dort sehr gut. Nach der Rückkehr
ins Hotel gruppieren wir uns nochmal um den Kamin und lassen den Tag
ausklingen.
Am
Montag fahren wir zunächst ins vornehme Plettenberg Bay. Hier
verbringen vor allem die wohlhabenden Einwohner Johannesburgs ihre
Ferien.
Auf
dem Plan steht ein Besuch in einem Township. Wir überlegen lange, ob
wir uns das ansehen sollten, aber als Herbert davon sprach, dass man
hier ein Vorzeigeprojekt besichtigen könne, dass den kleinen Kindern
im Township zugute komme, gehen wir mit. Jede Firma in Südafrika ist
verpflichtet, soziale Projekte zu unterstützen und so hat man hier
einen Kindergarten und einen Kinderhort gebaut.
Im Qolweni-Township erwartet uns eine junge Frau, die unsere Fragen beantwortet und uns durch das Gebiet führt. Sie versichert uns, dass wir überall willkommen seien. Wellblechhütten, teilweise aus Pappe und Sperrholz gebaute Häuschen – ähnlich wie Gartenhäuser in Deutschland – sehen wir. Hier wohnen ca. 7000 Menschen in unsäglichen Verhältnissen. Der Müll, die abgemagerten Köter, die Armut überall, bei uns macht sich Beklommenheit breit. Etwas weiter stehen solide gebaute kleine Häuser, für diejenigen, die genug Geld verdienen, um eine kleine Miete zahlen zu können.
Im Qolweni-Township erwartet uns eine junge Frau, die unsere Fragen beantwortet und uns durch das Gebiet führt. Sie versichert uns, dass wir überall willkommen seien. Wellblechhütten, teilweise aus Pappe und Sperrholz gebaute Häuschen – ähnlich wie Gartenhäuser in Deutschland – sehen wir. Hier wohnen ca. 7000 Menschen in unsäglichen Verhältnissen. Der Müll, die abgemagerten Köter, die Armut überall, bei uns macht sich Beklommenheit breit. Etwas weiter stehen solide gebaute kleine Häuser, für diejenigen, die genug Geld verdienen, um eine kleine Miete zahlen zu können.
Wir
kommen zum Kindergarten, im wahrsten Sinne des Wortes ein
Vorzeigeprojekt. Diese Kinder sind gut gekleidet, gut genährt, sie
beten und bekommen gerade etwas Obst, strahlen uns an und lassen sich
von uns fotografieren. Das sie am Nachmittag zurück in diese
Blechhütten gebracht werden, kann man sich kaum vorstellen. Den Kloß
im Hals haben wir wohl alle, unsere Enkelin ist gerade in diesem
Alter und führt vergleichsweise ein luxuriöses Leben.
Der Besuch im Township, ein Erlebnis, das man erst mal verdauen muss. Es ist wohl so, dass Südafrika auch 20 Jahre nach Ende der Apartheid immer noch mit großen sozialen Ungleichheiten zu kämpfen hat. Wollen wir hoffen, dass diese Kinder ihre Chancen zu nutzen wissen. Wie Peter Ustinov einmal sagte: „Bildung ist der beste Impfstoff gegen Armut“.
Der Besuch im Township, ein Erlebnis, das man erst mal verdauen muss. Es ist wohl so, dass Südafrika auch 20 Jahre nach Ende der Apartheid immer noch mit großen sozialen Ungleichheiten zu kämpfen hat. Wollen wir hoffen, dass diese Kinder ihre Chancen zu nutzen wissen. Wie Peter Ustinov einmal sagte: „Bildung ist der beste Impfstoff gegen Armut“.
Zurück
im Ort Plettenberg besucht Peter eine Bank, um seine Dollars in Rand
zu wechseln. Es dauert geschlagene 30 Minuten, ehe diese Leistung
erbracht ist. Jeder Datenschützer würde an seine psychischen
Grenzen kommen, wenn er diese Ausfragerei nach Adresse,
Telefonnummer, Passnummer, Hotelnamen und ähnlichem über sich
ergehen lassen müsste. Hallo, es geht einfach darum, die eine
Währung gegen die andere zu tauschen! Der Gipfel sind dann noch die
Gebühren in Höhe von 28 Dollar, die für dieses Theaterstück
fällig werden.
Eine
Ecke weiter gibt es tatsächlich deutsche Bratwurst. Ein
Metzgermeister hat sich mit seinem Kompagnon selbstständig gemacht
und gemeinsam wollen sie sogar bald ein Restaurant eröffnen. Einer
der beiden erzählt, dass sie den Ausbau des Restaurants mit
einheimischen Handwerkern vornehmen. Morgens fährt man zu einem
Sammelpunkt der Arbeiter, sucht sich die passenden Handwerker aus,
nimmt sie mit, lässt sie arbeiten und zahlt ihnen dann am Abend ca.
100 Rand, das sind umgerechnet 8 Euro! Auf unseren Hinweis, dass das
wohl sehr unsozial sei, antwortete der Typ nur: „Wenn ich es nicht
mache, macht es jemand anders“.
Auf meine Frage, was er denn konkret so an der angeblichen Freiheit in Südafrika schätze, gab er an, dass es toll sei, sich nicht anschnallen zu müssen. Wenn Skrupellosigkeit und Blödheit aufeinander treffen . . .
Auf meine Frage, was er denn konkret so an der angeblichen Freiheit in Südafrika schätze, gab er an, dass es toll sei, sich nicht anschnallen zu müssen. Wenn Skrupellosigkeit und Blödheit aufeinander treffen . . .
Einen
guten Tipp allerdings haben die beiden noch für uns: Natural Valley,
ein schöner Strand im Naturschutzgebiet, liegt auf dem Weg und wir
überreden Herbert zu diesem Abstecher. Ansonsten gibt die Strecke nichts her, die Straße, auf der wir fahren, läuft nicht direkt an der Küste lang, sondern etwa 6 Kilometer davon entfernt, ist eher langweilig und eintönig. Busfahren ist kein Vergnügen!
Der
nächste Stopp ist bei einer 216 m hohen Brücke. Diese Brücke ist
eine Herausforderung für Bungeespringer, 1983 galt die Brücke
Es
geht weiter, die Fahrt nach Port Elisabeth ist endlos, die
Gartenroute hatte ich mir anders vorgestellt. Wir fahren Autobahn,
sehen grüne Täler, ein paar Häuser, eher langweilig.
Abends
treffen wir endlich im Hotel ein. (thekelway.co.za)
Heute
ist bereits Dienstag und wir machen uns auf in den Addo
Elefantenpark. Auf dem Weg Townships rechts und links der Straße,
soweit man sehen kann. Unvorstellbar viel Müll liegt herum, aber wir
sehen auch viele Kinder in ihren Schuluniformen, das lässt hoffen.
Im
Park müssen wir erst mal wieder einige Formalitäten erledigen,
soviel zur viel gerühmten Freiheit. Von den Big Five, die man
angeblich in diesem Park sehen kann, leben natürlicherweise nur
Elefanten und Leoparden hier. Die anderen Tiere sind ausgewildert. Im
Park leben etwa 500 Elefanten in einem 180.000 Hektar großen
Schutzgebiet.
Unser
Guide im Park heißt Kimni. Er beherrscht die Klicksprache und
fordert uns auf, es auch damit zu versuchen. Er fährt mit uns durch
den Park, zeigt uns Zebras, Warzenschweine. Kudus, Schildkröten.
Besonders weist er uns auf ein Tier hin: Den Mistkäfer Er erläutert
uns, dass der kleine Kerl immer Vorfahrt hat, weil er das Reservat
putzt und pflegt. Er dreht schöne kleine Bälle aus Elefantendung
und bildet mit seinen Kollegen eine effektive Putzkolonne.
Wir
kreuzen durch den Park und kommen zum Schluss an ein Wasserloch. Da
sind sie dann: ca. 35 Elefanten aller Größen, auch Babys dabei. Wir
beobachten sie eine Weile und sie lassen sich durch uns nicht stören.
Das ist schon ein tolles Erlebnis.
Zurück
im Hotel machen wir uns noch mal zu einem Spaziergang auf. Der Wind
bläst heftig, und so ist an einen Strandaufenthalt nicht zu denken.
An der Strandpromenade stehen Händler herum und wir kaufen ihnen ein
paar Souvenirs ab.
Nach
dem Abendessen verziehen wir uns ins Bett.
Am
nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück zum Flughafen. Wir
bedanken uns bei unserem zuverlässigen und sympathischen Fahrer und
fliegen dann nach Johannesburg. Dort werden wir abgeholt und müssen
in einen viel zu kleinen Bus steigen. Die Klimaanlage funktioniert
nicht, dafür feuert die Heizung, draußen 25 Grad, drinnen 35 Grad.
Uns hebt sich langsam die Schädeldecke.
Wir
fahren nach Pretoria, der offiziellen Hauptstadt von Südafrika. Hier
ist für jeweils ein Halbjahr der Sitz der Regierung, im zweiten
Halbjahr ist der Sitz der Regierung dann in Kapstadt.
Da der Name Pretoria stark an die düsteren Zeiten der Apartheidpolitik erinnert, wurde die Stadt 2005 umbenannt in Tshwane. Lediglich der Stadtteil mit dem Regierungsviertel heißt noch Pretoria. Eine sehr schöne Stadt, besonders die mehr als 70 000 blühenden Jacarandabäume sind sehenswert.
Wir fahren zu den Union Buildings, sie bilden den Komplex des Regierungssitzes. Sie erinnern an die Bauweise römischer und griechischer Tempel. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf die gigantischen Gartenanlagen und die Stadt.
Da der Name Pretoria stark an die düsteren Zeiten der Apartheidpolitik erinnert, wurde die Stadt 2005 umbenannt in Tshwane. Lediglich der Stadtteil mit dem Regierungsviertel heißt noch Pretoria. Eine sehr schöne Stadt, besonders die mehr als 70 000 blühenden Jacarandabäume sind sehenswert.
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| Jacaranda |
Wir fahren zu den Union Buildings, sie bilden den Komplex des Regierungssitzes. Sie erinnern an die Bauweise römischer und griechischer Tempel. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf die gigantischen Gartenanlagen und die Stadt.
Es
geht den ganzen Weg zurück, wir beziehen unsere Zimmer und bekommen
noch etwas zu essen. Das Hotel scheint vornehmlich Hochzeiten
auszurichten, der Garten ist sehr schön geschmückt mit weißen
Rosenstöcken. (usambaralodge.co.za)
Am
nächsten Morgen – wir haben einen neuen Bus bekommen - geht es
wieder in Richtung Pretoria, vor uns liegen ca. 500 km bis zum Krüger
Nationalpark. Wer ist bloß für diese bescheuerte Planung
verantwortlich, einen Großteil der Strecke hätte man sich wirklich
sparen können. Ein langweiliger Reisetag auf der Autobahn. Bis jetzt
kann man das Fazit ziehen: wenig Schönes, wenig Interessantes,
gerade Straßen, flaches Land, trist und öde.
Und
weil ich gerade mal den Blues habe wegen der blöden Busfahrt,
verstehe ich auch nicht, wie man in diesem Land leben kann, soviel
Armut, soviel Kriminalität. Fast jedes Haus ist abgesichert durch
Stromzäune! Die Gleichberechtigung von schwarz und weiß ist lange
noch nicht umgesetzt.
Sicher gibt es auf der Habenseite auch einiges,
aber nicht genug, um sich für dieses Land zu erwärmen. Was
lediglich versöhnlich stimmt: die Menschen sind sehr freundlich,
fast alle winken uns zu, lächeln freundlich und sind hilfsbereit.
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| Immer freundlich |
Langsam
ändert sich die Landschaft, wir kommen in das fruchtbare Tal des
Crocodile River, in die Provinz Mpumalanga (das bedeutet: da, wo die
Sonne aufgeht).

Die Hauptstadt ist Nelspruit, fruchtbare Böden und das subtropische Klima bieten ideale Bedingungen für die Produktion von Mangos, Bananen, Avocados, Macadamia- und Pean-Nüssen.
Die Hauptstadt ist Nelspruit, fruchtbare Böden und das subtropische Klima bieten ideale Bedingungen für die Produktion von Mangos, Bananen, Avocados, Macadamia- und Pean-Nüssen.
Wir
fahren an den Grenzen des Krüger Nationalparks entlang. Herbert
bietet uns an, bereits am Abend in der Dunkelheit eine Tour mit dem
Jeep durch den Park zu machen. (nkambeni.com)
Selbstverständlich muss diese Tour extra gezahlt werden, aber es lohnt sich auch. Wir sehen Kudus, Büffel, Elefanten. Unser Guide ist eine Frau, sie gibt mir und Peter, die wir vorn sitzen, jeweils einen Scheinwerfer und wir achten auf die Augen der Tiere, die das Licht reflektieren.
Detlef lässt es sich natürlich nicht nehmen, mit eigener Taschenlampe herumzufuchteln und so wird das eine oder andere Tierchen von ihm geblendet.
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| Die Koffer wiegen 20 kg! |
Selbstverständlich muss diese Tour extra gezahlt werden, aber es lohnt sich auch. Wir sehen Kudus, Büffel, Elefanten. Unser Guide ist eine Frau, sie gibt mir und Peter, die wir vorn sitzen, jeweils einen Scheinwerfer und wir achten auf die Augen der Tiere, die das Licht reflektieren.
Detlef lässt es sich natürlich nicht nehmen, mit eigener Taschenlampe herumzufuchteln und so wird das eine oder andere Tierchen von ihm geblendet.
Nach
dem Essen beziehen wir unsere Logde. Freundliche Frauen haben uns die
Koffer auf dem Kopf zu unseren Unterkünften gebracht. Die Logde
besteht aus einem Holzgerüst mit umlaufenden Leinwänden und einem
Dach. Auch eine Dusche gibt es und natürlich ein Moskitonetz. Für
ängstliche Naturen ist diese Unterkunft vielleicht nicht so toll und
manch einer liegt lange wach.
Am
nächsten Morgen nach dem Frühstück fahren wir mit unserem Guide
Gideon auf die Pirsch. Er ist ein netter Typ mit einem ansteckenden
Lachen. Er erzählt sehr anschaulich und als wir ihn nach seinem
Werdegang fragen, hält er den Wagen an und warnt uns, seine
Geschichte könne länger dauern. Das ist uns egal und er fängt an,
uns von seinem Leben zu erzählen.
Gideon
wird geboren in einem kleinen Dorf in Swaziland. In seinem
Verständnis waren Tiere dazu da, gejagt und gegessen zu werden. Was
sonst? Als er siebzehn Jahre alt ist, wird er von seinem älteren
Bruder in eine Schule gebracht. Dort sah er die anderen Kinder und
ging davon aus, dass alle diese Kinder zu einer Familie gehören. In
seiner ersten Schulstunde behandelte die Lehrerin die Biologie und
erzählte etwas über Schmetterlinge. Gideon wusste nicht, wozu das
gut sein sollte, Schmetterlinge waren doch nicht zum essen da. Er
ging zurück in den Busch und sein Bruder brauchte drei Wochen, um
ihn wieder zu finden und ihn zurück in die Schule zu bringen. Nach
einiger Zeit gewöhnte er sich an die Schule und wurde ein guter
Schüler. Als es soweit war, dass er eine weiterführende Schule
besuchen sollte, scheiterte dies daran, dass er keine Schuluniform
hatte und seine Eltern diese auch nicht bezahlen konnten. So ging er
arbeiten, bis er das Geld für die Uniform zusammen hatte und wieder
zur Schule gehen konnte.
Das
war noch in der Zeit der Apartheidpolitik und er engagierte sich wie
viele junge Leute politisch. Um einer Verhaftung zu entgehen, floh er
zunächst nach Durban und dann nach Kapstadt. Auch einer Rekrutierung
als Soldat konnte er ausweichen. Nach der Legalisierung der
südafrikanischen Opposition kehrte er zurück und arbeitete auf
einer Logde. Eines Tages lernte er dort sogar Nelson Mandela
persönlich kennen. Diese stattete der Logde einen Besuch ab und
bestand darauf, mit den Schwarzen Gespräche zu führen. Gideon
sprach voller Stolz von der Begegnung mit diesem charismatischen
Mann.
Nach
einiger Zeit wurde er auf der Logde als Tracker eingesetzt und half
dabei, Tiere aufzuspüren und seinen Auftraggebern zu zeigen. Einmal
war ein Auftraggeber so begeistert von seiner Leistung, dass er ihn
spontan umarmte. Gideon erstarrte, „mein Herz blieb stehen“, in
seiner Gesellschaft ist es ausgeschlossen, sich zu umarmen oder gar
zu küssen. Man hält den Blick gesenkt und sieht sich nicht in die
Augen. Das war nicht alles, was er lernen musste, denn auch die
englische Sprache beherrschte er nicht ausreichend und so sorgte sein
Arbeitgeber dafür, dass er nochmal die Schulbank drückte. Nun ist
er schon seit vielen Jahren als Guide tätig und sehr erfolgreich.
Wir
jedenfalls haben die Gespräche mit ihm genossen. So kann sie sein,
die Karriere eines afrikanischen Menschen.
Auf
unserer Tour sehen wir auch wieder Elefanten, von Löwen und
Leoparden aber leider keine Spur. Wir hätten viel weiter in den Park
fahren müssen, in der Reiseplanung war auch ein ganzer Tag im Park
vorgesehen, warum diese Tour nun auf drei Stunden begrenzt wurde,
konnte uns unser Aushilfs-Reiseleiter auch nicht erklären.
Gideon
erzählte uns noch ein paar Döntjes über Elefantendung und wie man
diesen als Heilmittel einsetzen kann. Dies demonstrierte er
anschaulich, in dem er herzhaft in einen Haufen zwei Stunden alten
Elefantendung biss. Nun ja, man muss nur dran glauben, denke ich. Mir
ist Bayer-Leverkusen lieber.
Wir
machen uns auf den langen Weg zurück nach Johannesburg. Unterwegs
kannte Herbert noch ein Restaurant, in dem es gute Forellen gab.
Darauf hatte er wohl Appetit und so machten wir da unsere Pause. Ich
kaufe eine schöne große Holzschale für meine
Tochter.
Leider überlebt sie nur zwei Tage, sie rutscht Peter aus der Hand,
fällt direkt auf den Rand und springt kaputt. Schade.
Es
ist Freitag und somit ist es schon fast selbstverständlich, dass wir
in einen Stau geraten. Einige Autofahrer können es nicht abwarten
und überholen rechts und links auf den Standstreifen.
Endlich nach vielen Stunden kommen wir ins Hotel. Nach einer Dusche wartet noch ein Buffet auf uns, dann geht es zur wohlverdienten Ruhe.
Endlich nach vielen Stunden kommen wir ins Hotel. Nach einer Dusche wartet noch ein Buffet auf uns, dann geht es zur wohlverdienten Ruhe.
Am
nächsten Morgen müssen wir schon um 5.15 Uhr die Koffer raus
stellen. Leider wartet nur ein Kleinwagen auf uns, um die Koffer zum
Bus zu bringen. Es passen also nur einige wenige Koffer in das Auto.
Der Koffer des Reiseleiters ist natürlich dabei, wir hingegen tragen
unsere Koffer zum Bus. Dort lässt der Fahrer ganz cool Detlef die
Koffer in den Bus laden, er steht daneben und guckt in sein Telefon.
Dann
geht es zum Flughafen. Ingrid dankt Herbert in wohlgesetzten Worten
für seine Bemühungen und überreicht ihm in unser aller Namen zwei
Flaschen Hochprozentiges. Vielleicht nimmt er es sich ja zu Herzen
und informiert die nächsten Reisegruppen etwas ausführlicher, auch
Empathie ist erlernbar. Aber ich befürchte, ihm ist nach 30 Jahren
Südafrika der Begriff Dienstleistung nur einseitig bekannt.
Wir
fliegen nach Mauritius und freuen uns auf ein paar Sonnentage. Schon
der Flughafen ist sehr modern und ansprechend, im Bus dann ist sofort
das Gefühl da: hier ist es angenehm, schön.
Freundliche Menschen, viel Grün, viel Blühendes und die Sonne scheint.
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| Die Gesichter Mauritius - Multi-Kulti |
Freundliche Menschen, viel Grün, viel Blühendes und die Sonne scheint.
Wir
kommen in unserem Hotel an, es ist nicht gerade der wahre Luxus, aber
es ist ansprechend und sauber. Einige Zimmer haben Meerblick und es
wird nochmal getauscht und gewechselt, so dass letztlich alle
zufrieden sind mit ihrer Unterkunft. (silverbeach.mu)
Schnell
werfen wir einen Blick auf den Strand und das blau-grüne Meer bevor
wir zum Essen gehen. Buffet, alles lecker, jeder findet etwas. Die
Cocktails sind lecker und wohl immer mit Alkohol, ich jedenfalls habe
schon vor dem Essen einen Schwips.
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| Die nehmen alle Mahlzeiten mit uns ein. |
Der
Markt ist bunt und schön, viele tolle Gemüsesorten, Kleidung,
Gewürze und allerlei Obst ist hier zu finden. Frische Kokosnuss und
Kokosnussmilch kann man hier bekommen.
Es wird gefeilscht und gehandelt. Nach einiger Zeit treffen wir uns und fahren zurück ins Hotel. Auf dem Weg bietet uns der Fahrer an, uns einen Hindutempel zu zeigen. Die Mehrzahl der Bevölkerung sind Hindus. Es würde natürlich etwas extra kosten, aber es sei sehr interessant. Als wir ablehnen, weil wir am Nachmittag nur noch am Strand liegen möchten, wird er sichtlich ungehalten. Man muss Verständnis haben, die Leute müssen ja auch ihr Geld verdienen, aber es wäre besser, gleich mit offenen Karten zu spielen.
Es wird gefeilscht und gehandelt. Nach einiger Zeit treffen wir uns und fahren zurück ins Hotel. Auf dem Weg bietet uns der Fahrer an, uns einen Hindutempel zu zeigen. Die Mehrzahl der Bevölkerung sind Hindus. Es würde natürlich etwas extra kosten, aber es sei sehr interessant. Als wir ablehnen, weil wir am Nachmittag nur noch am Strand liegen möchten, wird er sichtlich ungehalten. Man muss Verständnis haben, die Leute müssen ja auch ihr Geld verdienen, aber es wäre besser, gleich mit offenen Karten zu spielen.
Dann
baden wir im indischen Ozean, liegen faul am Pool oder am Strand
herum und genießen es einfach, keine Verpflichtungen zu haben. Die
Gespräche drehen sich auch oft um unsere deutsch-deutsche
Vergangenheit und wie die Wende doch unser Leben beeinflusst hat. Bis
auf drei Leute kommen alle aus der ehemaligen DDR, aber wir haben
nicht den Eindruck, dass von uns jemand dieses dämliche „die
Ossis, die Wessis“ Spiel mitmacht.
Am
Montag haben einige eine Tour in den Süden der Insel gebucht, andere
bleiben im Hotel, genießen die Sonne und den Strand. Wir hatten
keine Lust mehr auf Busfahrten und verbringen den Tag und den
folgenden mit faulenzen.
Nun
waren die Leute aber so begeistert von der Südtour, dass wir uns
doch entschließen, uns Hubert anzuschließen, der als Kitesurfer
eine Bucht im Süden besuchen will und auch die anderen sehenswerten
Dinge auf dem Zettel hat. Wir teilen uns also ein Taxi und fahren um
10 Uhr los. Der Fahrer ist zunächst sehr freundlich und erzählt uns
allerlei über die Insel. Wir sehen einen kunterbunten Tamilentempel,
rechts und links der Straße Vulkangestein. Unser erster Punkt ist
der Strand Blue Bay, südlich von Mahebourg an der Lagune Blue Bay.
Das Wasser hier ist leuchtend blau und strahlt. Der Fahrer versucht uns zu überreden, eine Fahrt mit dem Glasbodenboot zu machen. Unsere Zeit reicht dafür nicht aus, denn wir wollen ja einige Zeit an dem Kite-Surfer-Strand verbringen. Wir lehnen also ab und von da an ist mit unserem Fahrer nicht mehr zu reden. Trotzig wie ein Kind schweigt er von da an. Seine Provision ist ihm augenscheinlich durch die Lappen gegangen und das lässt er uns jetzt spüren.
Egal,
die Insel ist wirklich sehr schön, sanfte Hügel, alles ist grün,
das Meer ist wunderbar grün und blau. Überwiegend sieht man
Zuckerrohr, aber auch viel Gemüse und bunte Blumen.
Wir
kommen an den schönen Strand Gris Gris, hier herrscht leider eine
gefährliche Unterströmung, so dass an Baden nicht zu denken ist.
Wir
fahren weiter auf der Küstenstraße und sehen tolle Hotels, schöne
Strände, Aussichtspunkte, die ein herrliches Panorama bieten.
Dann
kommen wir an das Paradies der Kite-Surfer, hier befinden sich die
Hotels des gehobeneren Standards, riesiger Sandstrand, ein buntes
Gewimmel von Kite-Surfern und Windsurfern, sehr schön, sehr
gepflegt.
Wir machen eine Pause hier und sehen uns alles genau an. Unser Fahrer hat es plötzlich eilig und treibt uns zur Eile an aber wir machen ihm klar, das unsere Vereinbarung dahingehend ist, dass wir bis 18 Uhr Zeit für die Fahrt haben. Seine Laune wird dadurch natürlich nicht besser.

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| Hubert ist total begeistert. Verständlich, nicht wahr? |
Wir machen eine Pause hier und sehen uns alles genau an. Unser Fahrer hat es plötzlich eilig und treibt uns zur Eile an aber wir machen ihm klar, das unsere Vereinbarung dahingehend ist, dass wir bis 18 Uhr Zeit für die Fahrt haben. Seine Laune wird dadurch natürlich nicht besser.

Nun
geht es in die Berge, die Straße der 70 Kurven steht uns bevor.
In
der Nähe des Black River Gorges Nationalpark gibt es in einer
reizvollen tropischen Landschaft gleich zwei Schauspiele zu
bewundern. Der höchste Wasserfall von Mauritius, der Cascade
Chamarel. Fast 100 Meter tief stürzt das Wasser in zwei Strömen
über einen Felsrand in ein Bassin.
Den besten Ausblick hat man von der Plattform aus. Dann gibt es da noch ein ungewöhnliches geologisches Phänomen: die sogenannte siebenfarbige Erde von Chamarel. Vermutlich ist der Hügel vulkanischen Ursprungs.
Eine Theorie besagt, dass sich dort Vulkanasche abgelagert hat, die bei unterschiedlichen Temperaturen abgekühlt ist und daher ihre jeweiligen Farben angenommen hat.
Den besten Ausblick hat man von der Plattform aus. Dann gibt es da noch ein ungewöhnliches geologisches Phänomen: die sogenannte siebenfarbige Erde von Chamarel. Vermutlich ist der Hügel vulkanischen Ursprungs.
Eine Theorie besagt, dass sich dort Vulkanasche abgelagert hat, die bei unterschiedlichen Temperaturen abgekühlt ist und daher ihre jeweiligen Farben angenommen hat.
Wir
erreichen das Grand Bassin, hier gibt es einige Hindutempel, große
Statuen und einen großen heiligen See. Die Geschichte sagt, dass ein
Hindu-Priester nah der Rückkehr aus Indien heiliges Wasser aus dem
Ganges in den Kratersee in den Bergen von Mauritius leerte.
Seitdem gilt dieser See als eine bedeutendsten Pilgerstätten außerhalb Indiens.
Seitdem gilt dieser See als eine bedeutendsten Pilgerstätten außerhalb Indiens.
Leider
ist die Umgebung des Sees sehr ungepflegt und man hat den Eindruck,
dass die Gläubigen ihre Heiligtümer nicht besonders respektieren.
Auch die kranken Affen und die räudigen Hunde, die man hier sieht,
tragen nicht dazu bei, diesen Besuch als angenehmes Erlebnis zu
sehen.
Auf
Mauritius gibt es eine wichtiges einheimisches Kunsthandwerk:
Modellschiffe. Wir wissen das schon von Andreas, der bereits hier war
und wohl auch als Sammler ein Schiff erstanden hat. Man zeigt uns
sehr freundlich die Werkstätten und wir sind sehr beeindruckt, dass
dieses aufwendige Handwerk hier in perfekter Weise ausgeübt wird.
Die Begeisterung reicht allerdings nicht so weit, als das wir ein
Modell erstehen.
Dann
geht es zurück in Richtung Hotel. Der Fahrer macht noch einen
Versuch, doch noch eine Provision einzustreichen und fährt uns zu
einem Geschäft.
Wir machen gute Miene zum Spiel, gehen zwar hinein, aber auch unverrichteter Dinge wieder hinaus, weil uns die Seidenteppiche, Brillantringe und Kaschmirpullover einfach viel zu teuer sind.
Wir machen gute Miene zum Spiel, gehen zwar hinein, aber auch unverrichteter Dinge wieder hinaus, weil uns die Seidenteppiche, Brillantringe und Kaschmirpullover einfach viel zu teuer sind.
Ziemlich
erschöpft kommen wir im Hotel an, sind uns aber einig, dass dieser
Tag sich doch sehr gelohnt hat. Wir haben viel von der Insel gesehen
und interessante Dinge erfahren.
Am
Abend sitzen wir nochmal (fast) alle zusammen, erzählen von unseren
Erlebnissen (einige waren heute auf Whalewatching-Tour, einige auf
einer Insel, wir auf der Süd-Route) und nehmen Abschied von der
Insel.
Am
nächsten Tag geht es auf stressige Heimreise, 4 Stunden Flug von
Mauritius nach Johannesburg, dann 11 Stunden von Johannesburg nach
Frankfurt, dann nochmal 5 Stunden Bahnfahrt bis nach Hause.
Fazit:
Busreisen sind immer noch nicht meines, in Südafrika geht es aber
vermutlich nicht anders. Aber Land und Leute lernt man so wohl nicht ausreichend kennen. Auch hätte man diese Reise etwas
intelligenter organisieren können, ein "richtiger" Reiseleiter, der sein Land kennt, wäre schön gewesen. Man wäre sicher dann auch
bereit, ein wenig mehr zu bezahlen.
Das
Land wo Milch und Honig fließt? Vielleicht, für einige wenige
trifft das sicher zu.
Positiv zu bewerten ist sicherlich, dass man nette Leute kennengelernt hat und sich über das Erlebte austauschen konnte.
Positiv zu bewerten ist sicherlich, dass man nette Leute kennengelernt hat und sich über das Erlebte austauschen konnte.
Noch nicht genug vom Reisen? Hier sind noch ein paar Reiseerlebnisse:
http://Ichkannnichtmehrmallorca2016.blogspot.de
http://newyorkimmaerz2016.blogspot.de
http://urlaubindenemiraten.blogspot.de
http://suedengland-im-mai.blogspot.de
http://amerika-von-ost-nach-west.blogspot.com
http://hamburg-lissabon-mai-2013.blogspot.de
http://china-japan-china.blogspot.de






































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